29.04.2011 - 13:55
Nach Abschluss der Erprobungsphase wird heute das erweiterte
Frühwarnsystem am Erdfall in Tiefenort zur dauerhaften Nutzung an die
Gemeinde übergeben. Das Frühwarnsystem besteht aus sieben Erdfallpegeln
vor den Gebäuden in direkter Erdfallnähe, die mit jeweils einer
Warneinrichtung (Hupe, Rundumleuchte) in der Frankenstein- und
Kantstraße verbunden sind. Erdfallpegel bestehen aus Gewichten, die in
Bohrungen in ca. 50 Meter Tiefe eingebaut werden. Bewegen sich die
Gesteine im Untergrund, rutschen auch die Gewichte nach und lösen die
Warneinrichtung aus. Durch die frühzeitige Warnung soll den Anwohnern
ermöglicht werden, das Gefährdungsgebiet rechtzeitig zu verlassen.
Ergänzend zu den Erdfallpegeln haben bereits im Februar
Erschütterungssensoren in vier weiteren Bohrungen den Testbetrieb
aufgenommen. Sie dienen vor allem der Überwachung des weiteren Umfeldes
des Erdfalls. Die Übergabe dieser Einrichtungen an die Gemeinde zur
dauerhaften Nutzung ist für Juni dieses Jahres vorgesehen.
Jederzeit steht die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie der
Gemeinde Tiefenort für die fachliche Beratung zur Verfügung.
Hintergrund:
Im Januar 2010 kam es zum wiederholten Mal zu einem Nachbruch des
Erdfalls in Tiefenort. Das 2005 installierte Frühwarnsystem konnte die
betroffenen Einwohner rechtzeitig vor der herannahenden Gefahr warnen.
Infolge dieses bisher größten Nachbruchs waren fünf Häuser in der
direkten Umgebung des Erdfalls betroffen und können seit mehr als einem
Jahr für Wohnzwecke nicht genutzt werden. Die zur Koordinierung aller
Vorhaben gebildete Regierungskommission hatte den Geologischen
Landesdienst der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie unter
anderem mit der Erweiterung des Frühwarnsystems beauftragt.