kein Tiefenorter online
Ein südwestlicher Ausläufer des Thüringer Waldes mit der Krayenburg, dem Bergkegel schmückt schöner Buchenwald, 440m über NN, bietet eine herrliche Aussicht über den Thüringer Wald, der Vorderrhön und den hessischen Bergen bis zum Meißner bei Kassel. Der bequemste Aufstieg von Tiefenort, sowie von Merkers beträgt ca. 30min und von Dorndorf sowie Kieselbach ca. eine Stunde. Geschichtliche Bedeutung erlangte der Berg mit seiner Wall- oder Fliehburg schonum 400 vor Christi. Reste dieser Wallburg sind heute noch zu finden an der Nordseite der Burg außerhalb des späteren Wallgrabens, auch oberhalb des Wasserbehälters Tiefenort und 150m unterhalb der Burg am Wege nach Merkers. In Zeiten drohender Überfälle haben die Bewohner in der Umgebung damals ihr Hab und Gut zur Wallburg geschafft und sie von dort aus verteidigt.Das erste Bauwerk der späteren Burg war ein Wachturm des Frankensteins bei Bad Salzungen aus dem achten Jahrhundert. Überreste bei Bad Salzungen dieses ersten Bauwerks wurden beim Bau der neuen Klause an der Stelle gefunden, wo die Küche von der noch bestehenden alten Burgwand abgeschlossen wird. DIese alte Wand ist vor dem Neubau in Meterbreite noch zu sehen. Die Frankensteiner bauten die Burg weiter, bis im nächsten Jahrhundert das Kloster Bad Hersfeld Besitz ergriff. Im Jahre 1184 verleiht der Kaiser Friedrich der Burg den Gottesfrieden. Die Frankensteine, deren Stammburg am jetzigen Frankenstein lag, ergriffen nochmals Besitz von der Krayenburg. Als die Frankensteiner ausgestorben waren, fiel die Krayenburg wieder an das Stift Bad Hersfeld zurück.
Die Glanzzeit der Burg brachte das 16. Jahrhundert. Der letzte
Besitzer der Burg war Graf Adam von Beichlingen. Er wurde 1486 in
Frankfurt am Krönungstage Kaiser Maximilians mit dem Schwerte Karls des
Grossen zu Ritter geschlagen und zog sich 1535 auf die Krayenburg
zurück, wo er am 7. August 1538 starb. Er wurde in der Kirche zu
Tiefenort beigesetzt, sein Grabmal an der Südwandneben dem Altar, wird
gern besichtigt. Die sagenumwogene Krayenburg war nach 1690 nicht mehr
bewohnt und verfiel.
Besondere Erwähnung verdient die
Krayenburggemeinde, ein Zusammenschluss interessierter Bürger der
Region. Ihr haben wir es zu verdanken, wenn auf dem Krayenberg eine
gastliche und erholsame Erholungsstätte für Touristen, Wanderer und
Heimatfreunde ins Land grüsst. Auf den alten Fundamenten des
Heringschen Hauses ist gleich neben der alten Kapelle und den Resten
der aus dem 8. Jahrhundert stammenden Wachturmes die schöne Klause.
Die
Geschichte der Krayenburggemeinde und ihrer Klause ist bunt, lebendig,
mitunter schwankend ... Begonnen hatte es am 25. januar 1025.
Gründigungstag. Erster Schultheiß Carl Schanz. Er, der Baumeister aus
Tiefenort, prägte wesentlich das Geschehen, legte seine Energie, seinen
Enthusiasmus in die Waagschale, begeisterte die Mitglieder, legte den
ersten Entwurf der Klause.So fand schließlich am 19. Juni 1927 die
Einweihung der neuen Klause statt.
Zu spätererer Zeit, nach dem 2. Weltkrieg, wurde die Krayenburg
in der mitunter wenig ruhnreichen Epoche artfremder Nutzung zugeführt:
SED-Kreisschule, Jugendwerkhof für Schwererziehbare, Kinderheim,
Jugendherberge. Umso lebenswerter war es, daß sich unter Regie des
Kalikombinats Merkers ein Naherholungszentrum mit gastronomischer
Betreuung entwickelte.
Nach der Wende kamen, auf Vorschlag des
damaligen Kieselbacher Pfarrers Wagner, Interessierte zusammen und
bekundeten den Wunsch, alte Traditionen aufleben zu lassen. So erfolgte
am 9. März 1990 die Neugründung der Krayenburggemeinde.Erster
Neu-Schultheiß war Ernst Narbei - und er ist es bis heute. Zu den
ersten Neu-Gründungsmitglieder zählten damals z.B. Karl Siebert,
Wilfried Luck (†1995), Ernst Narbei und Wolfgang Klette.
Nach
aufwendigen und umfangreichen Sanierungsarbeiten durch die
Krayenburggemeinde und diverse Pächter beherberg die Krayenburg heute
im Kreuzkellergewölbe ein Trauzimmer des Standesamtes Tiefenort,
welches vom Gewerbeverein renoviert und eingerichtet wurde und als ein
grossartiges Vorhaben der Krayenburggemeinde zu sehen ist. In der
heutigen Klause, durch ortsansässige Firmen restauriert, findet heute
wieder zu verschiedenen Anlässen ein fröhliches und geselliges Treiben
statt.